Mitfahrbänke jetzt auch in Beckum

Was in vielen Städten und Gemeinden bereits erfolgreich umgesetzt wurde, wird nun auch in Beckum erprobt. Mitfahrbänke sehen in etwa wie Haltestellen aus, die anzeigen sollen, dass jemand von einem vorbeifahrenden Fahrzeug mitgenommen werden möchte. Dadurch soll zum einen das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr ergänzt werden, zum anderen soll es die Umwelt entlasten, wenn auf eigene Autofahrten verzichtet wird und Leerplätze in anderen Fahrzeugen gefüllt werden. Eine Vorbereitungsgruppe hat sich über dieses Konzept Gedanken gemacht und will mit dieser „Teststrecke“ ausprobieren, wie ein solches Angebot von der Bevölkerung angenommen wird. Bei erfolgreicher Erprobung soll das Angebot sternförmig aus dem Beckumer Zentrum in mehrere Richtungen ausgedehnt werden.

Für die Teststrecke haben sich die Initiatoren die Verbindung nach Vellern ausgesucht: Die eine Bank steht vor der Maschinenfabrik Beumer an der Oelder Straße, die in Gegenrichtung in Vellern am Rand des Hotelgrundstücks „Alt Vellern“. Und dass die Farbe der Bänke dem Busbahnhof nachempfunden wurde, ist auch kein Zufall. Für den Probelauf erhielt das Projekt bereits Unterstützung vom Berufskolleg (Bänke), der Firma Stövesand (Farbe), der Firma Beumer, des Hotels „Alt Vellern“ und aus Mitteln des Projekts UmweltBEwusst der Stadt Beckum.

Initiatorengruppe: Michael Dilla (Beumer-Group/Ausbildung), Andreas Heising (Berufskolleg/Metalltechnik), Ralf Bzdok (Stadt Beckum/Stadtgestaltung), Klaus Köhler und Ralf Hobmeier (Initiative 55+), Eggi Steinhoff (Stadt Beckum/Seniorenbüro)

 

Zu den Risiken findet man einen Kommentar der HUK-Versicherung:

„Mitfahrbänke – die neue Art des Trampens

Unfall: Was müssen der mitnehmende Autofahrer und der Tramper wissen?

Trampen war gestern, eine Smartphone-App für die Mitfahrgelegenheit ist heute. Das stimmt so nicht ganz. Gerade im ländlichen Bereich, dort wo Busse eher selten fahren, findet eine neue Idee immer mehr Anklang: die Mitfahrbank. Sie steht am Ortsrand und jeder, der dort Platz nimmt, signalisiert sein Interesse mitgenommen zu werden. Anders als früher wird keine Mitfahrgelegenheit von Hamburg nach München, sondern eher eine in die nächst größere Stadt, zum nächsten Einkaufscenter oder Arzt gesucht.

Beim Einsteigen in den fremden Pkw denkt niemand an einen Unfall. Doch sollte es dazu kommen: Ist der Mitfahrende geschützt? Könnten bei einem Unfall Schadenersatzforderungen des Trampers auf den Mitnehmenden zukommen?

Wie die HUK-COBURG mitteilt, kann der Tramper entspannt mitfahren. Seine eventuellen Schadenersatzansprüche sind gedeckt. Eigenvorsorge ist unnötig. Warum? In Deutschland muss für jeden Pkw eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Darüber sind alle Haftpflichtansprüche Dritter – also auch die des Mitfahrenden – versichert. Reguliert werden neben Personenschäden auch Schäden, die als Folge eines Unfalls auftreten, zum Beispiel Verdienstausfall, Schmerzensgeld oder Rentenzahlungen. Außerdem ersetzt die Kfz-Haftpflichtversicherung beschädigte Sachen, die Autoinsassen üblicherweise mit sich führen wie Kleidung, Brille oder Handy.

Dementsprechend ist es unerheblich, ob der mitnehmende Autofahrer schuldlos in eine Karambolage verwickelt wird oder ob er selbst für die Kollision verantwortlich ist. Beide Pkw sind versichert und die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers kümmert sich auf jeden Fall um die Regulierung.

Für den mitnehmenden Autofahrer bedeutet ein selbstverschuldeter Unfall: Zwar kann ein Tramper von ihm eine Entschädigung für Personen- oder Sachschäden verlangen, doch stellt ihn die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung von allen Ansprüchen frei. Sie ist für die Regulierung und damit auch für alle eventuellen Zahlungen zuständig.

Fazit: Einer gelegentlichen Mitnahme Fremder steht nichts im Wege. Sie ist im Rahmen der privaten Kfz-Haftpflichtversicherung in der Autoversicherung mitversichert. Etwas anders sieht es bei einer gewerblichen Mitnahme aus. Wer Zweifel hat, kontaktiert am besten seinen Kfz-Haftpflichtversicherer.“