Altenplanung in Beckum

Altenplanung in Beckum: neue Erhebung anberaumt

Wie leben ältere Menschen in Beckum? Wie wohnen sie? Wie mobil sind sie? Welche Sorgen machen sie sich? Wie sind sie versorgt? Oder kümmern sie sich gar um andere? Arbeiten sie ehrenamtlich? In den nächsten Wochen werden in Beckum wieder Erhebungen zur Altenplanung durchgeführt. Diesen und weiteren Fragen gehen die Fragebögen auf den Grund. Die erhobenen Daten bilden die Grundlage für die Entwicklung geeigneter Maßnahmen, um sich den veränderten Lebensbedingungen älterer Menschen in Beckum zu stellen.

Schon die Erhebungsinstrumente werden in Beckum seit vielen Jahren in einer Kooperation der Stadt mit den Einrichtungen der Altenhilfe und einigen freiwilligen Bürgerinnen und Bürgern entwickelt. Die erste Säule bildet eine repräsentative Befragung von 750 über 60-Jährigen in den nächsten Wochen, die in einer Zufallsauswahl angeschrieben werden. An sie werden stellvertretend für die Altersgruppe insgesamt 74 Fragen zur Lebenssituation älterer Menschen in Beckum gestellt.

Die zweite Säule richtet sich in einer Befragung an die Einrichtungen in Beckum, die in der Altenhilfe tätig sind. Hier geht es vor allem um die Darstellung von Veränderungen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung älterer Menschen. Die Befragungen werden in der Arbeitsgemeinschaft Beckumer Altenpolitik (AG BAP) im Zweijahresrhythmus durchgeführt und bewertet.

Die dritte Säule besteht aus ergänzenden überregionalen Daten und Informationen, die über die kommunale Entwicklung hinausgehen, aber das Leben in Beckum mit beeinflussen. Die Erhebungen sollen den Akteuren Grundlagen für die Entscheidungsfindung liefern. Dabei blicken sie bereits über eine langjährige Erfahrung zurück, so dass Veränderungen in Zeitreihen dargestellt werden können. Einige Maßnahmen können direkt auf die Erkenntnisse aus der Altenplanung zurückgeführt werden. Dazu gehören z. B. die Entstehung der Initiative 55+, Entwicklungen der Wohnsituation oder der Verbesserungen in der pflegeergänzenden Versorgung.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei der AG BAP zu. Trotz teilweise konkurrierender Beziehungen untereinander ist es ihr in den letzten 10 Jahren gelungen, ein kommunales Netzwerk von Einrichtungen zu stabilisieren, in dem nicht nur die Kommunikation untereinander zur selbstverständlichen alltäglichen Erfahrung gehört, sondern auch wichtige Impulse für das öffentliche Leben in Beckum gesetzt werden. Jüngstes Beispiel ist die gemeinsame Organisation einer Fortbildung Betreuungsassistenz in einer Kooperation mit der VHS, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viele Einrichtungen als Lernort bereits kennenlernen und viele Referentinnen und Referenten aus den Einrichtungen ihre Fachkenntnisse weitergeben.

Diese auf Dauer angelegten Strukturen sind auch überregional registriert worden: In der „Arbeitshilfe Kommunale Altenberichterstattung“ des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW wird die Stadt Beckum vor allem unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit als gutes Beispiel genannt.

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Das Foto entstand bei einem gemeinsamen Abendessen zum 10-jährigen Bestehen der AG BAP: v. l. Monika Kindel (Compass GmbH.), Ayse Tüney (AGS-Pflegedienst), Marion Seikel (C.E.M.M. Caritas-Station), Volker Drews (Aktiva Pflegedienst), Dana und Markus Schulz (Sozialdienst Pro Pflege), Eggi Steinhoff (Stadt Beckum), Birgit Borg (Diakonie Tagespflege) und Elisabeth Jansen (Julie-Hausmann-Haus).