Ausflug zum Wasserschloss Assen

Am Mittwoch, 25. April hat von der Initiative 55+ ein Ausflug zum Wasserschloss Haus Assen stattgefunden. Trotz des nicht sehr  optimalen Wetters haben sich einige Tapfere auf das Fahrrad  geschwungen, allen voran natürlich  Eggi Steinhoff!

Da das Schloss nicht öffentlich zugänglich ist, war für uns eine Führung vereinbart worden. Br. Peter Münch hat uns auf sehr detaillierte und interessante Weise die vielfältige Geschichte des Schlosses erzählt.

 

Kaminzimmer

Kapelle

Woher der Name „Assen“ stammt ist nicht ganz geklärt. Im angrenzenden Wald befindet sich eine frühmittelalterliche Wallburg, das sog. Germanenlager. Nachfolger dieser Anlage könnte das südlich gelegene Haus Assen sein, das bereits im 11. Jh. als „Borch to Assen“ genannt wird. Heute befindet sich hier das prächtige Wasserschloss im Stil der Lipperenaissance (auch als Niederländische Renaissance oder Werse Renaissance bekannt). Der Begriff  wird genutzt, um die nordeuropäische Variante dieses Baustils von der durch Italien geprägten „klassischen“ Renaissance zu unterscheiden.

Die bereits im 11.Jahrhundert bestehende „Borch to Assen“ gehörte zum Amtshof Honsel an der Lippe. 1384 erhielt Röttger von Ketteler die Burg als Lehen. Der Besitz wurde 1455 geteilt. 1564 baute Laurenz von Brachum im Auftrag von Goswin von Ketteler das südlich der Burg gelegene Haus Neu-Assen; sein Bruder lebte in der alten Burg. Die Gebäude wurden später miteinander verbunden. Ende des 16. Jahrhunderts wurden die getrennten Besitzungen vereint, als Konrad von Ketteler Odilia von Ketteler heiratete.

344 Jahre lang – von 1653 bis 1997 – war das ansehnliche westfälische Wasserschloss Haus Assen in Lippetal dann  im Besitz der Grafen von Galen. Die letzte Graf Christoph von Galen (1907-2002) lebte bis 2002 zeitweise immer wieder auf dem Schloss. Im Jahr 1997 übergab er es als Geschenk für die Jugendarbeit an die katholische Ordensgemeinschaft „Servi Jesu et Mariae“ (SJM). Der Orden ist aus der Jugendarbeit der Katholischen Pfadfinder Europas erwachsen und 1988 von P. Adreas Hönisch gegründet worden. Dieser richtete auf dem Schloss ein katholisches Jungeninternat ein, das „Kolleg Kardinal von Galen“.

Die Genehmigung, das Schloss als einzügiges Gymnasium führen zu dürfen, wurde der Ordensgemeinschaft vom Land NRW allerdings verweigert. Zum Unterricht gingen die Schüler daher auf das Albertus-Magnus-Gymnasium in Beckum. Im Sommer 2016 wurde das Internat geschlossen, da nicht mehr genügend Nachfrage war. Zum Schluss lebten 10 Schüler auf dem Schloss.

Wie geht es weiter mit dem Wasserschloss? Haus Assen will sich weiter öffnen: Dafür sind aber zunächst Modernisierung und Umbauten nötig.

Es ist geplant,  mehr Veranstaltungen wie Familien-Wochenenden oder Abenteuer-Events durchzuführen . Auch will man sich für geschlossene Veranstaltungen wie Geburtstage offen zeigen, weiterhin Führungen und auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Theater oder Ausstellungen mit jungen Künstlern anbieten. Die Pfadfinderarbeit, unter anderem mit den Katholischen Pfadfindern Europas (KPE), wird fortgesetzt. Es wird überlegt, zukünftig vielleicht auch Fremdenzimmer anzubieten, eine Art von Bed and Breakfast. Also ein vielfältiges Programm, siehe www.haus-assen.de/de. Das Wichtigste ist jedoch als katholischer Orden authentisch zu bleiben.

Momentan leben auf Schloss Assen fünf Ordensleute: P. Volk, P. Skalitzky und P. Christoph sowie Br. Peter Münch und Diakon Michael Rehle.

Da es eine eine Mammutaufgabe ist, dieses besondere Denkmal zu erhalten,  ist jede Hilfe willkommen, sei es durch praktische Mithilfe bei den Bauarbeiten, sei es durch Spenden und Unterstützung des Landes und des Bundes und der Gemeinde.

Nach dieser beeindruckenden Führung gab es noch eine kleine Besichtigung der öffentlichen Räume und wunderbaren Kuchen bei Kaffee und Tee im schönen, dank eines großen geheizten gusseisernen Ofens gemütlich warmen Speisesaal.

Und als Abschluss hat uns Knut Neuschäfer zwei sehr unterhaltsame und nachdenkliche Geschichten vorgetragen – einmal als „Vorleser“ und einmal (auswendig!) als „Erzähler“. Er hat vor kurzem eine Ausbildung zum Erzähler absolviert.

Ein interessanter und gelungener Ausflug!! Vielen Dank an Eggi Steinhoff für die Organisation.

Erinnerungen ………..