Initiative 55+ der Stadt Beckum 5 Jahre „online“

Seit 5 Jahren ist die Initiative 55+ nun „online“ und dies schien den Initiatoren ein geeigneter Anlass, die bestehende Web Seite noch lebendiger zu gestalten. Der Gedanke ist, nicht nur die grundlegenden Informationen und aktuellen Termine der Gruppe darzustellen, sondern mit Geschichten und Berichten jeglicher Art einen zusätzlichen unterhaltenden Beitrag zu leisten. Aus diesem Grund hat man sich um eine weitere „Redakteurin“ bemüht und mich mit dieser ehrenvollen Aufgabe betreut.

Mein Name ist Katharina Reiter, geboren bin ich in Beckum. Vor knapp 2 Jahren bin nach mehr als 50 Jahren in der „Fremde“ in die Heimat zurückgekehrt! Der Grund dafür? Ich hatte immer eine starke Verbundenheit mit dem Münsterland – diese etwas stille Schönheit der Landschaft mit ihren oft malerischen Bauernhöfen, den Feldern und Pferdekoppeln, dazwischen Wälder und Baumgruppen und den Wasserschlössern hat für mich einen besonderen Reiz. Und so schien mir dieser Schritt für die letzte „Lebensphase“ eine gute Entscheidung. Hinzu kommt, dass ich die meisten Jahre in der „Fremde“ in Bayern verbracht habe und ein echter Westfale wird nun mal kein echter Bayer! Das scheitert schon gnadenlos an der Sprache! Aber ich hatte auch in Bayern eine sehr gute Zeit.

Einschulung 1. Schuljahr 1950

Was fällt einer alten Beckumerin so auf wenn sie zurückkommt? Ja, es war sehr anders. Die Jahre in der Schule: Mädchen und Jungen waren in getrennten Klassen – fast nicht mehr vorstellbar.

Ausflug zum Höxberg

Der Einfluss der katholischen Kirche war allgegenwärtig: Vor der Schule ging man in die Schulmesse, sonntags selbstverständlich morgens in die Kindermesse, mittags in die Christenlehre und dann je nach Jahreszeit auch noch in die Fastenandacht, die Rosenkranz- oder Maiandacht. All das war so selbstverständlich, dass man es gar nicht als Pflicht ansah, es waren ja auch Orte der Begegnung. Und, das Jahr verlief nicht einfach gleichmäßig, sondern war gegliedert in Übereinstimmung mit dem Kirchenjahr und den jeweiligen Höhepunkten. Oft denke ich noch an die „Ucht“ morgens um 5 Uhr an Weihnachten, wenn alle durch die Dunkelheit zur Kirche eilten und man sich „frohe Weihnachten“ wünschte. Das war sehr schön.

Und die Zementwerke, von denen damals noch alle in Funktion waren. Wohnte man in der Nähe von so einem Zementwerk spürte man den grauen Staub sehr deutlich! Er war überall! Mein Elternhaus ist auf dem Lippweg, Zementwerk Hessling war ganz in der Nähe, Mersmann auch nicht sehr weit weg. Bei Ostwind war es angeraten, keine Wäsche draußen aufzuhängen, da statt blütenweiß innerhalb kürzester Zeit etwas unansehnlich Graues auf der Leine hing!

Kinderschützenfest Sandkuhle
Kinderschützenfest Sandkuhle

Die Highlights des Jahres waren die Schützenfeste – natürlich gibt es sie noch, aber nicht mehr mit dem Stellenwert. Von der Schützengilde „Sandkuhle“ gab es Kinderschützenfeste, die immer im Hof meines Elternhauses stattfanden.

Und der Karneval! Ich war begeistert, den schwarzen Kater wie immer an der Spitze des Zuges zu sehen! Ansonsten gab es nicht allzu viel an offiziellen Festen. Alle 4 Wochen fand im Kolpinghaus ein Tanzabend statt, manchmal auch bei „Drei Kronen Topp“. Selbstverständlich sonntags abends, Samstag war nicht angesagt, man sollte ja am Sonntag-morgen ausgeruht in die Kirche kommen.

Und nun gibt es all die Veranstaltungen, ein gutes Schulangebot, große Freizeit- und Sportangebote, wunderbar ausgebaute Fahrradwege und ein ansprechend verändertes Stadtbild. Aber einiges ist auch geblieben: Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass viele alt eingesessene Geschäfte und Handwerksbetriebe nach wie vor existieren. Und natürlich die Kneipen, die schon immer da waren. Diese waren auch früher gut besucht!! Ein wahrer Beckumer hatte halt immer Durst (in den besten Zeiten hat es um die hundert Brauereien gegeben) und die „Kurzen“ von den Kornbrennereien durften auch nie fehlen!

Ja, das sind so einige von den vielen Erinnerungen an die frühere Zeit in Beckum. Ich freue mich, dass ich wieder hier lebe und ich freue mich auf meine Beteiligung bei 55+.

Wir von der Redaktion werden uns große Mühe geben, Euch mit informativen, aktuellen, lustigen und ernsten Geschichten, historischen Rückblicken und vieles mehr zu unterhalten. Auch wollen wir unsere ehrenamtlichen Helfer bei ihren Aktivitäten begleiten und darüber berichten. Für Anregungen und Wünsche von Euch sind wir jederzeit offen.! Also, schaut doch mal öfter bei uns herein!

Die zurückgekehrte, alte Beckumerin – Katharina Reiter